Nordmanntanne

Nordmanntanne
Die Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana), auch Nordmanntanne, Nordmanns Tanne und Kaukasus-Tanne genannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Tannen (Abies) aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Benannt wurde sie nach dem finnischen Biologen Alexander von Nordmann (1803−1866).

Ein hochwertiger Weihnachtsbaum mit langen, dunkelgrünen und glänzenden Nadeln, die sich lange am Baum halten.

Aufgrund des etwas langsameren Wachstums, z.B. gegenüber der Blautanne, zählt die Nordmanntanne zu den höherpreisigen Weihnachtsbäumen. Sie hält sich in geheizten Räumen sehr gut und kann über eine längere Zeit aufgestellt bleiben. Die Zweige stehen eher rechtwinklig vom Stamm ab und sind stabil, so dass sich die Nordmanntanne auch für schwereren Schmuck und viele Kerzen eignet.

Die Nordmanntanne stammt aus dem Gebiet zwischen Schwarzmeerküste und Kaukasus. Sie wird jedoch schon seit dem 19. Jahrhundert in Mitteleuropa angepflanzt und ist heute der beliebteste deutsche resp. schweizerische Weihnachtsbaum. Frisch geschlagene Nordmanntannen aus einheimischer Produktion verbreiten einen wunderbaren Duft an Heiligabend.
Ein Weihnachtsbaum benötigt mindestens zehn Jahre Wachstumszeit und viel Pflege. Zwar wachsen Nadelbäume in den ersten zwei oder drei Jahren nur sehr langsam, dafür danach aber umso schneller. Die Folge ist, dass der Christbaum im unteren Abschnitt oftmals zu dicht, im oberen Bereich dafür zu licht ist. Weil die meisten Kunden aber regelmässige Bäume verlangen, greift man ins Wachstum ein.
Es gibt grundsätzlich mehrere Baumsorten, die sich als Weihnachtsbaum eignen, aber teilweise ganz unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. So ist die Blaufichte nach der Nordmanntanne die Nummer zwei in Deutschland, auch sie zeichnet sich durch eine lange Haltbarkeit aus. Allerdings sind ihre Nadeln sehr spitz, so dass Kinder und Katzen in der Regel die Nähe zum Baum meiden.

Ebenfalls beliebt ist die Colorado-Tanne. Sie hat sehr lange und gekrümmte Nadeln, die Farben schwanken zwischen blaugrau, silbern und dunkelblau. Die Haltbarkeit dieses nordamerikanischen Baums ist aussergewöhnlich gut. Immer öfter sieht man an Weihnachten zudem die Kork-Tanne. Ihre Äste sind rundherum mit weichen Nadeln bestückt und der Duft des Baumes ist sehr intensiv.

Wer noch mehr über die Nordmanntanne wissen möchte, liest hier weiter:
Habitus

Die Nordmann-Tanne ist ein mächtiger, geradstämmiger, der Wuchshöhen von bis zu 40 bis 60 Meter und Stammdurchmesser bis 2 Meter erreicht. Sie kann ein Höchstalter von 500 Jahren erreichen. Die dicht beastete Krone ist pyramidenförmig und reicht in geschlossenen Beständen bis auf halbe Baumhöhe herab. Ältere Bäume können, ähnlich wie die Weisstanne (Abies alba), eine sogenannte „Storchennestkrone“ ausbilden. Frei stehende Bäume sind bis zum Boden hin beastet.

Knospen und Nadeln


Zweig mit Nadeln
Die Nordmann-Tanne bildet 3 bis 4 Millimeter lange, dunkel- bis rotbraun gefärbte, länglich-eiförmige Knospen aus. Die Knospen sind stets harzfrei. Sie stehen meist einzeln, aber auch zu zweit oder zu dritt an den Triebspitzen. Die Nordmann-Tanne besitzt starre, nicht stechende, 10 bis 30 Millimeter lange und 2 bis 3 Millimeter breite Nadeln. Sie sind oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits hellgrün mit zwei markanten weissen Stomatastreifen. Die Nadelstellung hängt von der jeweiligen Position des Zweiges in der Krone ab. Untere, beschattete Zweige besitzen scheinbar zweizeilige Nadeln. Zweige an höheren, lichtexponierteren Positionen haben spiralig angeordnete Nadeln. Diese decken die Trieboberfläche komplett ab und sind dachziegelartig angeordnet. Die Nadeln verbleiben zwischen sechs und sieben Jahre am Baum, ehe sie abfallen.
In der am 25. November 2006 ausgestrahlten Folge der Fernsehsendung „Frag doch mal die Maus“ wurden an einer Nordmann-Tanne von 1,63m Höhe, der durchschnittlichen Grösse eines deutschen Weihnachtsbaumes, 187.333 Nadeln gezählt.
Blüten, Zapfen und Samen

Männliche Blütenzapfen

Die Blütezeit ist im Mai. Die 10 bis 20 Millimeter langen, eiförmigen männlichen Blütenzapfen weisen eine rötlich-braune bis rötlich-gelbe Färbung auf. Sie stehen in den Achseln vorjähriger Nadeln und sind hauptsächlich im unteren Kronenbereich zu finden. Die aufrecht stehenden weiblichen Blütenzapfen weisen zuerst eine grünliche, später eine gelbgrüne bis rötliche Färbung auf. Die mit Harztropfen bedeckten, zylindrischen, rot-braunen Zapfen weisen eine Länge von 8 bis 16 Zentimeter und einen Durchmesser von 3 bis 5 Zentimeter auf. Die Samen reifen von September bis Oktober Die geflügelten Samen sind etwa 1 Zentimeter gross. Die fast quadratischen Deckschuppen schauen unter den Samenschuppen hervor. Es entstehen zwei Samen je Samenschuppe. Die Samenschuppen an der Zapfenbasis bleiben meist steril. Die keilförmigen, braunen Samen sind zwischen 6 und 10 Millimeter lang und 5 bis 8 Millimeter breit. Sie weisen zwei violett oder braun gefärbt Flügel auf. Die Flügel sind doppelt bis dreifach so gross wie die Samen. Die Keimfähigkeit liegt bei 45 bis 50%. Das Tausendkorngewicht beträgt rund 54 Gramm.
Es wird immer schwieriger für die Zapfenpflücker, kletternd noch alte Bäume zu finden, da an den russischen und georgischen Berghängen des Kaukasus die Tannen viel zu stark eingeschlagen werden. Deshalb werden in Deutschland, in der Eifel, schon Saattannen angebaut.
Rinde
Die Rinde der Zweige ist dünn und grau bis braun gefärbt. Die Rinde des oberen Stammes ist glatt und weist eine gräuliche Färbung auf, während die rissige Rinde der Stammbasis dunkelgrau gefärbt und deutlich dicker ist.
Wurzeln
Sämlinge bilden eine tiefreichende Pfahlwurzel, die im Alter durch kräftige Seitenwurzeln ergänzt wird. Selbst auf seichtgründigen Böden bleibt die Pfahlwurzel am Leben. Aufgrund dessen ist die Nordmann-Tanne äusserst sturmfest. Es liegen keinerlei Informationen über Mykorrhiza-Partner vor.
Holz
Das weiche und sehr biegefeste Holz der Nordmann-Tanne weist eine weissliche bis gelbliche Färbung auf. Es besteht keinerlei Farbunterschied zwischen Kern- und Splintholz. Die Jahresringe sind gut zu erkennen. Das Holz weist normalerweise keine Harzkanäle auf. Nach Verletzungen entstehen kurzlebige, nur wenig Harz produzierende, traumatische Harzkanäle.
Verbreitung
Die Nordmann-Tanne ist im westlichen Kaukasus und im Schwarzmeergebirge in der nordöstlichen Türkei heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet bildet keine zusammenhängende Fläche. Die Gesamtfläche des Verbreitungsareals im Schwarzmeergebirge umfasst circa 13.200 Hektar.

Lebensraum

Sie wächst in kühl-humidem Klima auf tiefgründigen, humosen Lehmböden in Höhenlagen zwischen 900 (Einzelbäume auch schon ab 400) und 2.100 Metern. Dabei bevorzugt sie Nordhänge. Sie ist kalktolerant und bildet Reinbestände oder Mischwälder mit der Kaukasus-Fichte (Picea orientalis) und der Orientbuche (Fagus orientalis).

 

 

Schädlinge

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet wird die Nordmann-Tanne kaum durch Krankheiten und Schadinsekten bedroht. Als Schadinsekten werden die Arten Cryphalus piceae, Dreyfusia nordmannianae und einige nadelfressende Käferarten genannt, die kaum grössere Schäden anrichten. Keine der parasitierenden Pilze ist auf die Nordmannstanne spezialisiert.

Wirtschaftliche Nutzung

Aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes hat die Nordmann-Tanne in ihrer Heimat kaum eine wirtschaftliche Bedeutung. Ihr Holz wird zur Herstellung von Zellstoff und Papier verwendet. In Mitteleuropa wird die Nordmann-Tanne kaum forstlich angebaut, da sie unter strengen Wintern und Spätfrost leidet. Sie ist aber ein beliebter Parkbaum und wird plantagenmässig als Christbaum angebaut. Wichtigster Christbaumproduzent ist Dänemark mit rund 4.000 (Gross-)Produzenten und einem Bestand von gut 100 Millionen Nordmann-Tannen, von denen jährlich etwa 5 Millionen exportiert werden.

Ökologische Bedeutung

Aufgrund ihres tiefgreifenden Wurzelsystems wird die Nordmann-Tanne häufig in Mischwäldern angepflanzt, um diese sturmfester zu machen.

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